Finanzen

Die 5 häufigsten Fehler bei der Ermittlung der Lebenshaltungskosten

Am Anfang jeder guten Finanzplanung steht die Ermittlung der laufenden Kosten. Denn nur wenn ich weiß, wo ich stehe, kann ich mir einen Plan erstellen, wie ich meine Ziele erreichen kann und ob diese überhaupt realistisch sind. Wenn ich mit einem dicken Minus starte und die Lebenshaltungskosten die Einnahmen übersteigen, wäre die Million innerhalb eines Jahres offensichtlich kein erreichbares Ziel. Ich muss also erst mal herausfinden, wie hoch meine Fixkosten sind und diese dann meinen Einnahmen gegenüberstellen. Natürlich kann ich auch vorher schon versuchen, meine Ausgaben zu reduzieren. Das ist nie eine schlechte Idee und schadet auch bestimmt nicht. Aber es ist deutlich motivierender, wenn ich ein Ziel vor Augen habe und auch einen Plan, wie ich dieses erreichen will. Und dafür muss ich meine Lebenshaltungskosten nun mal kennen.

Doch was sind Lebenshaltungskosten überhaupt? Allgemein werden unter diesem Begriff alle laufenden Ausgaben eines Haushalts zusammengefasst. Dazu gehören monatlich anfallende Fixkosten wie Miete und Nebenkosten aber auch Aufwendungen, die in größeren Zyklen anfallen, wie etwa Versicherungsbeiträge oder Rücklagen für größere Reparaturen.

Die Berechnung der Lebenshaltungskosten liegt also auf der Hand. Ich muss einfach nur alle meine Ausgaben aufsummieren und schon kenne ich den Betrag meiner Fixkosten. Doch wie so oft liegt der Teufel im Detail und ich sollte auf einige Fallstricke achten. Folgende Fehler gilt es zu vermeiden:

Fehler 1: Nur einen kurzen Zeitraum beobachten

Will ich wissen, wie hoch meine Ausgaben pro Monat sind, reicht es natürlich nicht, mir lediglich einmal die letzten 28-31 Tage anzuschauen. Um einen guten Durchschnittswert zu ermitteln, sollte ich mindestens drei, im Idealfall eher sechs oder mehr Monate auswerten. Denn bei den meisten Menschen schwanken die monatlichen Ausgaben immer ein bisschen. Mal steht eine Geburtstagsfeier an oder ein Wochenendtrip und der Betrag steigt. Dann wiederum gibt es Monate in denen so gar nichts los ist, man eher ruhebedürftig ist und kaum größere Ausgaben hat. Zwischendurch segeln auch Rechnungen ins Haus, die eben nicht monatlich sondern vielleicht nur einmal pro Quartal anstehen, wie z.B. die Grundsteuer. Daher hat man ein umso genaueres Bild seiner Kosten, umso länger man diese aufzeichnet. Und dann weiß man auch, ob es noch ein zweiter völlig überteuerter aber genial leckerer Gin Tonic in der Abendsonne sein darf. Man gönnt sich ja sonst nichts…

Fehler 2: Kein Haushaltsbuch führen

Wenn ich mir jetzt einmal in meinen Kontoauszügen für drei Monate alle Ausgaben anschaue und auswerte, kann ich mir theoretisch ein fixes Budget für den Monat festlegen und den Rest auf die Seite legen. Wenn am Ende des Monats noch Geld übrig ist, schaffe ich es wohl, in diesem Rahmen zu bleiben. Ich habe aber wesentlich mehr Kontrolle, wenn ich zumindest einen groben Überblick habe, wo das Geld hinfließt. Auch Einsparungspotentiale kann ich so wesentlich besser erkennen. Man muss vielleicht nicht jedes Gummibärchen tracken. Wenn ich aber weiß, was ich diesen Monat schon verbraucht habe, kann ich bestimmte Ausgaben besser planen und im Zweifel auch mal Investitionen oder Anschaffungen etwas verschieben.

Fehler 3: Kosten für Großanschaffungen nicht einkalkulieren

Manchmal läuft es einfach nicht. Da begeht die Waschmaschine Selbstmord und schon fühlt sich die Hälfte der anderen Elektrogeräte im Haushalt zum Generalstreik animiert. Manches kann repariert werden. Doch auch dabei entstehen oft Kosten. Und im schlimmsten Fall natürlich zeitgleich mit einem Haufen anderer ungeplanter Ausgaben. Damit einen solche Ereignisse nicht aus der Bahn werfen, ist es sinnvoll, sich ein Rücklagenpolster anzusparen. Den Ärger hat man zwar trotzdem aber wenigstens kommen nicht auch noch Geldsorgen dazu. Und wenn gar nichts passiert, ist das auch nicht schlimm. Dann kann man das Polster ja deckeln und mit dem Überschuss ein hübsches Aktienpaket ins Depot legen.

Fehler 4: Vermögensaufbau nicht einplanen

Apropos Depot – der Aufbau von Rücklagen sowie Vermögen sollte natürlich auch fest eingeplant werden. Meine Sparpläne laufen alle am Ersten eines Monats getreu dem Motto „Pay yourself first“. Dieses Geld kann gar nicht erst für anderes ausgegeben werden. Ebenso gehen Rücklagen sowie Abbuchen am Anfang des Monats vom Konto runter. Das Budget für die restlichen Ausgaben ist so bemessen, das ich mich nicht groß einschränken muss und meist brauche ich es auch nicht komplett auf. So kann ich mir am Ende oft noch etwas für Investitionen zurücklegen. Doch nicht bei jedem ist am Monatsende noch etwas übrig. Wenn man gerne Geld ausgibt solange das Konto das hergibt, ist es besser, wenn die Sparbeträge fix eingeplant und gleich zu Beginn des Monats vom Konto wandern.

Fehler 5: Kosten für Ziele nicht mit einberechnen

So, jetzt haben wir alles einberechnet und führen brav unser Haushaltsbuch. Alle Ausgaben sind ermittelt, wir bauen uns stetig ein Vermögen auf und auch seltene Kosten haben wir auf dem Schirm. Doch wo wollen wir eigentlich hin? Klar, die Million in einem Jahr ist schon ein sexy Ziel, vielleicht nicht ganz realistisch. Dann vielleicht ein paar Nummern kleiner und über einen längeren Zeitraum. Doch was ist nebenbei? Manch einer liebt es zu reisen. Da stecken womöglich noch ein paar Fähnchen in der Weltkarte und man sollte etwas Geld für den einen oder anderen Urlaub auf die Seite legen. Oder man ist auf ein Auto angewiesen und der treue Gaul hat bereits die ersten Anzeichen von Altersschwäche. Ein neues Auto finanziert man (normalerweise) nicht mal eben aus der Portokasse. Wir sollte also auch solche „Kleinziele“ einplanen und in unsere Kostenberechnung mit einbeziehen.

Zu den Lebenshaltungskosten zählt wie man sieht nicht nur der klassische Warenkorb des statistischen Bundesamtes. Und die laufenden Kosten sind eben sehr individuell und abhängig vom persönlichen Lebensstandard. Daher muss jeder selbst für sich herausfinden, was er zum Leben braucht und was eben nicht. Ich habe hier auch nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und wahrscheinlich habe ich jetzt noch einiges vergessen. Vielleicht fällt euch auch noch etwas ein, dann hinterlasst mir gerne einen Kommentar.

2 thoughts on “Die 5 häufigsten Fehler bei der Ermittlung der Lebenshaltungskosten

  1. Vielen Dank für diesen Artikel! Ich finde, du hast da wirklich wichtige Punkte gut zusammengefasst!
    Liebe Grüße
    Claire

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