Scanner Queen

Never stop learning

Was macht eine vielfältig interessierte Person, wenn sie mal wieder Hummeln im Hintern hat und die große weite Welt ruft?

Der Klassiker unter den neuen Interessen – eine neue Sprache lernen. Damit kann man direkt etwas anfangen und lernt Land und Leute viel besser kennen. Sag man ja so und stimmt ja irgendwie auch.

Der erste Versuch (die Schule mit Englisch und Französisch klammern wir hier mal besser aus) war ein Kurs einer Fern-Universität. Da war das Internet noch nicht so verbreitet, Handys noch riesig und ein Computerbildschirm noch sperrig wie ein alter Röhrenfernseher – oh krass, wie alt bin ich geworden?!

Ich habe mit Niederländisch angefangen. Da hatte ich einen Bericht über Amsterdam gesehen, ein „Schmelztiegel der Kulturen“. Bunt und exotisch und damit mein erklärtes Auswanderungsziel.

Der Vorteil ist die Ähnlichkeit zu Bekanntem. Die Vokabeln kamen mir vor wie eine Mischung aus Englisch, Deutsch, Französisch und noch irgendwas. Auf einem Musikfestival in Eindhoven hatten wir auch nie Probleme, die Niederländer zu verstehen. Lag vielleicht auch am Bier und die Flüche beim missglückten Versuch ein Zelt aufzubauen sind wohl auch nicht gerade hohe Literatur…

Fleißig habe ich Vokabeln gepaukt und bin regelmäßig vor Kichern vom Sofa gekippt. Bis heute hat sich das Wort „schoorsteen“ (ja, Schornstein) in meinem Hirn eingebrannt. Der Rest ist weg. Ich kam mir einfach immer so komisch vor, wenn ich mich an der Aussprache versucht habe. Mit einem Umzug sowie einem neuen Job war  plötzlich keine Zeit mehr und nach einem ernüchternden Besuch in Amsterdam war dann auch die Motivation weg.

Weiter ging es dann mit Spanisch. Das ist nicht nur klangvoll sonder auch in vielen Winkeln der Welt nützlich. Ich reise gerne und auch das Thema Auswandern könnte ja interessant werden (Spoiler – ist auch bei diesem Mal nichts geworden). Etwas klüger als beim ersten Versuch habe ich es erst mal mit einem kleineren Budget versucht und einen VHS Kurs belegt. Dazu kamen dann einige Bücher und Lernmaterialien. Alles in allem habe ich einiges gelernt und war immerhin dazu in der Lage, nach dem Weg zu fragen und im Restaurant keine Stierhoden oder ähnlich abenteuerliche Speisen zu bestellen.

Was vielleicht auch geholfen hätte, wäre mehr Übung, Konversation mit Muttersprachlern und ein konkretes Ziel vor der Nase. Letztendlich war es wie beim ersten Versuch, das Leben hatte andere Pläne. Die ganzen Lernmaterialien wegzugeben, war eine Erleichterung und für den nächsten Urlaub reicht´s noch.

Bei all dem Eifer hab ich auch völlig übersehen, dass doch das größte Potential für mich darin liegt, meine Englischkenntnisse auszubauen. Lange habe ich mich darum nicht gekümmert. Dank Schulunterricht war ja alles Notwendige vorhanden und damit kam man gut durchs Leben. Doch die Zeiten ändern sich. Gerade im Arbeitsumfeld kommt man heute nicht mehr um Englisch herum. Viele neue Kollegen sprechen wenig bis kein Deutsch und mittlerweile ist es eine Selbstverständlichkeit länderübergreifend mit anderen Kulturen zusammenzuarbeiten. Durch die tägliche Übung kam verschüttetes Wissen wieder an die Oberfläche und durch den Spaß bei der Kommunikation steigt auch die Motivation sich hier weiter zu verbessern. Das Internet bietet entsprechend endlose Ressourcen an englischsprachigen Texten. Hin und wieder tausche ich auch ein Buch in einer Hotelbibliothek und komme so kostenlos an neuen fremdsprachigen Input.

Jetzt passiert es mir hoffentlich nie mehr, dass ich auf die Frage, wie wir die Urlaubsinsel erreicht haben, aus Versehen „by train“ sage… (klar, ich meinte „plain“). Wobei – um die entgeisterten Blicke ist es irgendwie fast schade 🙂

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