Minimalismus

Mein kleines, feines Schmuckkästchen

Bei der wöchentlichen Putzroutine habe ich – mal wieder – festgestellt, dass ich die freien und klaren Flächen wirklich liebe. Nicht nur, weil es so wenig Aufwand ist, alles sauber und ordentlich zu halten. Dabei bin ich auch an der schwarzen Schachtel hängen geblieben, die mein kleines aber feines und sehr reduziertes Sortiment an Lieblingsteilen enthält.

…auch wenn jetzt der eine oder andere denkt, das sei ein typischen Frauenthema, diese kleine Schachtel beherbergt auch alles, was mein Mann an Schmuck besitzt…

Mein Schmuckkästchen gehört eindeutig zu den Dingen, die im Laufe der Zeit immer kleiner geworden sind. Ich weiß gar nicht mehr, wie alles langsam in meinen Besitz gewandert ist. Irgendwann hatte ich ein schweres Schmuckkästchen aus Metall mit herausnehmbaren Fächern und einer ganzen Menge Klimbim darin. Und Schmuck hat ja die herausragende Begabung, sich im Laufe der Zeit zu einem unauflösbaren Knäul zu vereinen. Jeder, der schon mal versucht hat, eine filigrane Kette von einem Ohrring-Verschluss zu lösen, weiß was ich meine…

Im Zuge wiederkehreder Ausmistaktionen ging es also auch dem Inhalt der Schmuckschatulle an den Kragen. Ein Großteil wurde, wie bei so vielem, selten bis gar nicht getragen. Also habe ich hier wortwörtlich Stück für Stück reduziert. Alten Goldschmuck ohne emotionalen Wert habe ich bei einem Altgoldhändler in Euros getauscht. Ein großes Vermögen ist dabei nicht raus gekommen aber zumindest hat sich der Ballast reduziert und wir hatten leckere Pizza.

Neben einigem angelaufenen Silberschmuck sind dann auch einige ungeliebte Ketten und Anhänger ausgezogen und der restliche Inhalt ist in eine kleinere Schachtel umgezogen. Die alte Schmuckschatulle wurde verschenkt.

Doch wie das halt so ist, merkt man mit der Zeit, dass auch von den verbliebenen Dingen immer wieder etwas weg kann. Sei es, weil beim Modeschmuck der Lack ab ist oder weil manche Dinge einfach nicht mehr gefallen. Vielleicht behält man etwas wegen des emotionalen Wertes. Bei ein bisschen Schmuck geht da normalerweise ja auch nicht viel Platz drauf.  Am Ende macht es aber auch einfach viel mehr Spaß, wenn man einen Überblick über die vorhandenen Dinge hat und diese auch gerne und oft trägt.

Mittlerweile habe ich tatsächlich nur noch sehr wenig Schmuck. Während der kalten Jahreszeit schicke ich die Ringe wegen der Handschuhen und dem häufigen Händewaschen in den Winterschlaf. Nur die Armbanduhr und die kleinen Kreolen lege ich eigentlich nie ab. Die Schachtel ist nochmal ein ganzes Stück geschrumpft. Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass noch 3-4 Ketten an einem Haken im Badezimmerschrank hängen. Diese sind aber vor allem im Sommer häufig in Gebrauch. Sonst war´s das und die Sachen, die ich besitze, trage ich auch gerne.

Neue Sachen dürfen nur selten einziehen. Gerade bei Schmuck muss es einfach zu 100% passen. Wenn ich den ganzen Tag damit beschäftig bin, irgendwelche Ketten zu entknoten oder ständig irgendwo hängen bleibe, fliegen die Sachen umgehend raus. 

Es ist wie bei allem, es muss zu einem selbst und zum eigenen Leben passen. Wer gerne und viel Schmuck trägt, sollte das auch tun und sich von niemandem rein reden lassen. Trennen sollte man sich von allem, was nicht mehr (zu einem) passt. Dann ist Raum für das Wesentliche, was und wie viel das auch immer sein mag.

Auch ich bin im Übrigen nicht immun gegen all die hübsch anzuschauenden Dinge. Aktuell schiele ich immer wieder auf das eine oder andere Paar schöne, lange Ohrringe. Doch solange wir ständig mit dem Auf- und Abziehen der Maske beschäftigt sind, sind ausladende Ohrringe eher kontraproduktiv. Also halte ich mich zurück, was natürlich auch den Geldbeutel freut. Ich hingegen freue ich mich auf den Moment, wo man sich die Ohrläppchen wieder mit tollen Klunkern langziehen lassen kann.

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