Finanzen Mindset

Mit Budget und Haushaltsbuch zu bewussterem Konsum

Lange Zeit war ich der Meinung, dass ich kein Haushaltbuch führen muss und ja auch ganz gut mit Geld umgehen kann. Im Grunde stimmt das auch, allerdings habe ich für mich persönlich ein paar Vorteile erkannt und von einigen Jahren einfach damit angefangen. So ganz genau weiß ich nicht mehr, was die Initialzündung verursacht hat. Aber bis heute habe ich es beibehalten und tracke wirklich alle meine persönlichen Ausgaben.  Im Laufe der Zeit habe ich ein sehr gutes Gefühl dafür entwickelt, was ich benötige und konnte einige Veränderungen an meinem eigenen Konsumverhalten beobachten.

Oft startet man mit dem Haushaltsbuch, um einen besseren Überblick über die eigene Finanzsituation zu bekommen. Welche Ausgaben habe ich, wo fließt mein Geld hin, wie groß ist mein Vermögen (oder vielleicht auch mein Schuldenberg)? Selbstverständlich erfüllt ein gut und vor allem ehrlich geführtes Haushaltsbuch auch genau diesen Anspruch. Aber mit den Antworten auf genau diese Fragen kommen auch neue Erkenntnisse hinzu. Zum Beispiel habe ich festgestellt, dass ich doch eine nicht unerhebliche Sparrate zusammen bekommen kann. Ein anderer rechnet womöglich auf, was ihn der tägliche Gang zum Kaffeedealer kostet.

Im Grunde ist es egal, welches Werkzeug man zur Dokumentation verwendet. Manch einer bevorzugt mit Sicherheit die ganz altbewährte Variante in Papierform, andere die mobile Version mit einer App. Angebote gibt es ja reichlich. Ich persönlich bin mit meinen Daten allerdings etwas eigen und nutze daher lieber eine klassische Excel-Tabelle. Damit kann ich alles beliebig an meine Bedürfnisse anpassen und habe die genaue Kontrolle über meine Daten. Man braucht auch keine speziellen Vorlagen obwohl es bestimmt einige hilfreiche Templates gibt, die einem den schnellen Einstieg erleichtern.  

Letztendlich reicht es aber, einmal alle monatlichen Fixkosten zusammenzurechnen und diese gegen die monatlichen Einnahmen gegenzurechnen. Hier sollte hoffentlich ein ausreichender Restbetrag mit einem Plus davor übrig bleiben. Das ist das mögliche Budget. Wer jetzt einige Monate konsequent alle Ausgaben dokumentiert (Datum, Beschreibung, Preis), bekommt schnell ein Gespür dafür, ob am Ende des Geldes noch Monat übrig bleibt.

Im besten Fall kommt man mit der zur Verfügung stehenden Summe gut aus. Ich habe für mich nach den ersten Monaten einen Betrag für laufende Ausgaben wie Ausgehen, Konsum, etc. festgelegt und packe alles andere in diverse Sparschweinchen. Das kann je nach Ziel mal das ETF-Depot oder auch beispielsweise das Urlaubskonto sein. Und es macht wirklich eine Menge Spaß, diesen Sparschweinchen beim dicker werden zuzuschauen.

Der sehr angenehme Nebeneffekt, den ich an mir selbst beobachtet habe, ist, dass ich viel bewusster entscheide, wofür ich mein Geld ausgebe. Ich gönne mir durchaus mal was und nichts ist schöner, als sich mit Freunden zu treffen und etwa zusammen ein neues Restaurant auszuprobieren. Aber niemals würde ich Geld für etwas ausgeben, von dem ich nicht wirklich überzeugt bin. Wenn ich vielleicht eine neue Hose bräuchte aber jedes einzelne Exemplar irgendwo zwickt und zwackt, kaufe ich lieber nichts. Nur mal so Bummeln gehend endet in der Regel damit, dass ich mit meinem Mann in einem Café strande, wir zwischendurch mal Paternoster fahren gehen (kann man Stuttgart im Rathaus machen) und am Abend mit leeren Händen aber glücklich nach Hause kommen.

Die Shopping-Lust ist zwar ungebrochen aber irgendwie macht es mir einfach viel mehr Spaß, ein paar Aktien ins Depot zu legen, als Dinge in die Wohnung zu schleppen. Erstere muss man auch nicht aufräumen, putzen oder waschen. Und damit ist dann auch gleich klar, wo das übriggebliebene Monatsbudget landet…

Wer also noch überlegt, ob sich der Aufwand (so groß ist der gar nicht) für ein Haushaltsbuch wirklich lohnt, der sollte es vielleicht einfach mal ausprobieren. Wie so oft hat man hier ja nichts zu verlieren. Wem es keinen Mehrwert bringt, der lässt es einfach wieder bleiben. Und alle anderen entdecken vielleicht ihren kleinen inneren Dagobert.

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