Minimalismus

Geplante Obsoleszenz – Ein historischer Exkurs

Heute betreiben wir mal ein bisschen Ahnenforschung. Was man unter geplanter Obsoleszenz versteht, haben wir uns ja schon hier angeschaut. Ich erinnere mich, wie überrascht ich war als ich mich zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigt habe. Geplante Obsoleszenz ist keinesfalls eine neumodische Erscheinung, sondern ein richtiger historischer Wirtschaftskrimi. Und zwar samt Opfer (die Glühbirne) und Täter (das Kartell). 

Centennial Bulb

Wir starten mit der Entstehungsgeschichten im Jahre 1901 in der Feuerwache von Livermore in Kalifornien. Denn seit diesem Jahr brennt dort ein und dieselbe Glühlampe. Sie stammt aus einer Zeit, als die Industrie noch nicht mit der geplanten Verkürzung ihrer Produkte spielte. Mit der Gründung des Phoebuskartells Weihnachten 1924 in Genf änderte sich dies jedoch schlagartig.

Wenn Glühlampen lange brennen, ist das für die produzierenden Unternehmen ein ökonomischer Nachteil. Vertreter großer Leuchtmittel-Hersteller einigten sich daher darauf, die maximale Brenndauer einer Glühlampe unter Laborbedingungen auf unter 1000 Stunden zu begrenzen. Zu den Mitgliedern des Glühlampenkartells zählten unteranderem General Electric, Osram und Philips.

Kurios: China trat dem Kartell nie bei, eine chinesische Glühlampe brennt durchschnittlich immerhin 5000 Stunden.

Innerhalb dieses ersten weltweiten Kartells wurde die Herstellung rigoros überwacht und Verstöße mit empfindlich hohen Strafen geahndet. Das war beispielsweise der Fall, wenn die Reduzierung der Brenndauer unter 1500 Stunden nicht erreicht wurde. In nur zwei Jahren sank die durchschnittliche Lebensdauer der Glühlampen von 2500 auf unter 1500 Stunden. Ebenso wurden in den folgenden Jahrzehnten zahlreiche langlebige Glühlampenpatente systematisch unterdrückt und Konkurrenten, die qualitativ hochwertigere Lampen herstellten, vom Markt verdrängt. Dutzende von Erfindern meldeten damals neue Patente an, darunter eines für eine Glühlampe die 100 000 Stunden brannte. Keine davon kam je auf den Markt. Damit ist die Glühlampe das erste offizielle Produkt, das der geplanten Obsoleszenz zum Opfer fiel.

Das Phoebuskartell bestand bis 1941 und wurde dann verboten. Manche behaupten, es existiere bis heute. Lampenhersteller streiten dies allerdings ab und berufen sich auf die Qualitätsnorm IEC 60.064. Diese sieht vor, dass Glühlampen mindestens1000 Stunden brennen sollten. Auch würde bei einer Erhöhung der Lebensdauer die Lichtausbeute sinken, was in Fachkreisen kontrovers diskutiert wird. Ebenso wird im Übrigen auch die Existenz des Glühlampenkartells in Frage gestellt und manche Quellen bezeichnen die geplante Obsoleszenz als modernes Wirtschaftsmärchen. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen und der Fortschritt der Technik hinsichtlich Glühlampen und deren Licht/Wärme-Abgabe ist unbestritten.

Centennial Bulb – Die „ewige Glühlampe“ in der Feuerwache von Livermore, als ich die Hausarbeit geschrieben habe (1. Foto) und heute (2. und 3. Foto)

Die erwähnte Glühbirne brennt übrigens bis zum heutigen Tag und kann unter Livermore’s Centennial Light Live Cam beobachtet werden (die „Bulb Cam“ funktioniert leider nicht mit allen Browsern, ich habe Firefox dafür verwendet) wo sie ironischer Weise bereits zwei Webcams überlebt hat. Ex-US-Präsident George W. Bush schickte ihr sogar eine Karte zu ihrem 100. Geburtstag.

Bernard London

“Ending the Depression Through Planned Obsoleszenz” war die erste Publikation zu dieser Konzept. Um die Weltwirtschaftskrise von 1928 bis 1931, auch bekannt als große Depression, zu beenden, schlug Herr London vor, alle Produkte mit einem Verfallsdatum zu versehen. Nach Ablauf dieses Datums sollten die Produkte amtlich als tot gelten und der Verbraucher hätte sie dann bei einer für ihre Zerstörung zuständigen Behörde abzuliefern.

Einen Artikel über das Verfallsdatum hinaus zu behalten, sollte strafbar sein. Durch das erzwungene Verfallsdatum sollten die Menschen zum Konsum angeregt werden. Infolgedessen würde die Wirtschaft wiederbelebt und neue Arbeitsplätze würden entstehen. Der Vorschlag der gesetzlich geplanten Obsoleszenz wurde jedoch nie Realität. Zumindest reichlich Aufmerksamkeit hat der Autor durch seinen provokativen Text bekommen.

Blechliesel

Die geplante Obsoleszenz ist zur gleichen Zeit entstanden, wie die Massenproduktion und die Konsumgesellschaft. Produkte mit einer kürzeren Lebensdauer sind Teil eines ganzen Systems, das mit der industriellen Revolution einherging. Dank der Massenproduktion konnten Waren günstiger produziert werden und die Preise für den Verbraucher fielen. Doch war man sich bewusst, dass das Bedürfnis nach neuen Produkten endlich sein könnte. Die Hersteller suchten nacherfolgversprechenden Möglichkeiten, einem Ende des Kaufrausches vorzubeugen.

Henry Ford, der Pionier der Fließbandproduktion, sah sich ebenfalls mit dieser Thematik konfrontiert. Seine Absicht war es, ein für den Durchschnittsverbrauchererschwingliches Auto zu produzieren. Der als zuverlässiges und langlebiges Einheitsmodell, in großen Stückzahlen hergestellte Fort T war ein durchschlagender Erfolg. Zwischenzeitlich war jedes zweite Auto, das vom Band lief, ein Ford T, auch bekannt als Tin Lizzy (dt. etwa Blechliesel).

You can have it in any color as long as it’s black.

Henry Ford

Durch die Fließbandproduktion konnte der Verkaufspreis damals von 850 $ auf 370 $ herabgesetzt werden. Um mit Ford mitzuhalten, entwickelte die Konkurrenz von General Motors eine völlig neue Strategie. Statt wie Ford ein Auto zu bauen, das robust und zuverlässig war, setzte man bei GM auf schickes Design und niedrigere Verkaufspreise. Der Plan ging auf, man erkannte, dass es ausreichte, Ford hinsichtlich des Designs zu übertreffen. So entwickelte GM das Konzept der Jahresmodelle mit wechselnden Formen, Farben und Größen.

Der Verbraucher sollte dazu animiert werden, alle drei Jahre ein neues Auto zu kaufen. Bald empfanden die Konsumenten das Model Ford T als veraltet und überholt, 1927 wurde es vom Markt genommen. Ford wiederum übernahm die Strategie von GM und stelle ebenfalls jedes Jahr neue Modelle vor.

In vielen Quellen wird eine bekannte Werbezeitschrift, die „Printers´ Ink“, aus dem Jahre 1928 mit folgenden Worten zitiert: “Ein Artikel, der sich nicht abnutzt, ist eine Tragödie fürs Geschäft“. Heute wird schon bei der Entwicklung von Produkten – sei es Hard- oder Software – das (un)natürliche Ableben mit eingeplant. Das nennt sich dann Produktlebenszyklus und da gehören eben auch Themen wie Haltbarkeit, Garantie, Nutzungsdauer, Reparatur und Recycling dazu.

Brooks Stevens

In den 50er Jahren wurde die Idee der geplanten Obsoleszenz in abgewandelter Form von dem Designer Brooks Stevens wieder aufgegriffen. Die Verbraucher sollten durch die geplante Obsoleszenz nicht zum Konsum genötigt, sondern verführt werden. Design und Marketing sollten beim Kunden das ständige Verlangen nach Neuem wecken, ganz im Gegensatz zu dem früheren Ansatz beste Produkte mit langer Haltbarkeit zu schaffen.

Stevens wurde zum Apostel der geplanten Obsoleszenz. Er verstand darunter allerdings mehr, im Verbraucher das Verlangen nach etwas Neuem, Besseren zu wecken, als absichtlich schlechte Produkte mit kurzer Lebensdauer zu entwickeln.

Wenn man sich anschaut, in welchen kurzzyklischen Abständen Handys, Autos und vieles mehr ersetzt werden, hat die Marketingindustrie diese Methode offensichtlich perfektioniert. Eine Gesellschaft, in der sich viele Menschen über Statussymbole definieren, ist die perfekte Grundlage für psychische Obsoleszenz.

Letztendlich liegt es in unserer Hand als Verbraucher, dass wir Dinge hinterfragen. Das schließt auch unser eigenes Konsumverhalten mit ein. Doch dazu kommen wir ein einer der späteren Folgen „Der aufgeklärte Kunde – vom Konsument zum Konsumopfer“, an der ich noch feile.

Als besonders gravierender Fall von staatlich verordnetem Verschleiß führt das wieder auf die Spur des Glühbirnenkartells: Als die EU-Regierung 2009 das endgültige Aus für die Glühbirne beschließt – angeblich aus Umweltschutzgründen und um Energie zu sparen -, reiben sich die Manager der Leuchtmittelindustrie die Hände. Konsumenten werden gezwungen, statt billiger Glühbirnen teure Energiesparlampen zu kaufen, die alles andere als umweltfreundlich sind, hochgiftige Stoffe wie Quecksilber enthalten und als Sondermüll entsorgt werden müssen. Der Industrie garantiert dieser staatlich angeordnete Verschleiß Milliardenumsätze, ohne dass sie viel dafür tun muss. Die Verschwörer des Glühbirnenkartells hätten bei einer solchen Nachricht vermutlich die Champagnerkorken knallen lassen.

Geplanter Verschleiß von Produkten – Tod der Glühbirne – Wirtschaft – SZ.de (sueddeutsche.de)

38 thoughts on “Geplante Obsoleszenz – Ein historischer Exkurs

  1. Die Glühbirnengeschichte war mir bekannt, aber ich bin immer erstaunt, was Menschen so alles einfällt.

    Der Punkt, in dem ich am schlimmsten auf Konsum ansprechen, sind Smartphones. Zum Glück ist mein Mann anders und erbt alle 2-3 Jahre meins und hat es dann noch 2-3 Jahre, so dass es dann im Schnitt 5 Jahre genutzt wird, was für durchschnittliche deutsche Verhältnisse wohl eher lang ist. In der Haushaltssumme wird also direkt kompensiert. Bei Rechnern bin ich nicht so, da sind die Sprünge nicht so groß zwischen den Generationen und Betriebssystemwechsel machen mich wahnsinnig.

    Einen schönen Abend wünscht Dir
    Ines

    1. Wobei das Ende von Windows 10 ja schon für nächstes Jahr angekündigt ist (mit kostenpflichtiger Verlängerungsoption). Mein Rechner behauptet, nicht für Windows 11 geeignet zu sein. Ja, er braucht ewig zum Hochfahren und hat so seine Eigenheiten. Wurde auch schon ein paar Mal neu aufgesetzt aber einen Neuen wollte ich eigentlich noch nicht…
      Nach kurzer Zeit nach einem neuen Smartphone zu schauen, ist mir einfach zu anstrengend. Ich fürchte, ich bin schlicht zu faul, um ein braver Konsument zu sein 😉.
      Danke und einen schönen Tag Dir!
      Vanessa

      1. Du könntest Linux installieren (falls das machbar ist bzgl. Software), damit kannst du den Rechenknecht noch ewig weiter nutzen und die geplante Obsoleszenz ist ausgehebelt.

        1. Du bist schon die Zweite, die mir das empfiehlt. Technisch möglich ist es und tatsächlich eine gute Alternative. Aktuell bin ich zu faul und noch läuft ja alles, wenn auch manchmal holprig. Aber ich glaube, das mache ich echt. Spätestens wenn nichts mehr geht, oder vielleicht auch schon mal auf einer separaten Partition.

          1. Dem Tipp mit Linux kann ich mich nur anschließen. Ich habe einen Tuxedo, der besteht aus Einzelteilen, die man nachrüsten kann. D.h. wenn ein Teil den Geist aufgibt, kann man ihn reparieren. Er läuft gerade nur ein wenig langsam, weil ich ihn updaten müsste. Habe aber einen Laden gefunden, die das für mich machen. Dann ist er wieder wie neu. Außerdem hatte ich bis jetzt nie das Problem, dass irgendwas darauf nicht laufen würde. Papyrus Autor, von dem es keine Linux Version gibt, läuft anstandslos über Wine.

          2. Nur meine uralte Photoshop-Version wird auf Linux vermutlich nicht mehr laufen. Da hat sich auch einiges getan, vielleicht wird es mal Zeit für ein neues Bildbearbeitungstool.

  2. die rezeptur für unzereissbare nylonstrümpfe/-hosen liegt auch in irgendeinem safe seit 100 jahren…. ich meine NYLON! erfunden um unkaputtbar zu sein……
    mochte die dinger eh noch nie – früher war ich zu wild dafür und heute ist es mein environment 😀
    energiesparlampen hab ich nie gekauft! das licht ist grauenvoll – nähen geht dabei gar nicht, aber auch rein „licht-ästhetisch“ sind die schrecklich – schöne, gesunde menschen sehen plötzlich aus wie zombies. vom gift-problem schriebst du ja schon….. davon, dass die grässlichen dinger nicht in antike lampen passen, gar nicht zu reden! in meinen augen durchgefallen.
    am BWHsommersalon – draussen! – hängt seit 2011 eine klassische lichterkette. mit klassischen glühbirnen. macht immernoch herrlich romantisches licht – mit den 1.birnen!!! nur die farben sind ein bisschen verblasst 😀
    xxx

    1. Die Nylonstrümpfe tauchen natürlich auch noch auf! Ich stehe wirklich auf Kriegsfuß mit den Dingern aber ganz aus dem Kleiderschrank bekomme ich sie noch nicht. Wenn das mit dem Klimawandel so weiter geht, brauche ich so wohl nicht mehr 😬
      Energiesparlampen und „normale“ kleine Lampenfassungen sind auch so ein Thema. Was haben wir uns anfangs die Füße abgelatscht um passende Birnen zu finden. Das ist zum Glück mittlerweile leichter aber bei der Lichttemperatur muss man echt aufpassen. Und wirklich lange halten tun die ja nicht, und dann hat man noch mehr Giftstoffe im Müll. Ich kenne ehrlichgesagt niemanden, der von Energiesparbirnen überzeugt ist. Offiziell gibt es das Glühbirnenkartell nicht mehr aber man könnte fast meinen, das wäre alles auf deren Mist gewachsen 😉

  3. Ein klasse Post, sehr spannend und kurzweilig! Das mit der Glühbirne wusste ich so halbwegs, aber in dem Ausmaße noch nicht. Mich ärgert die geplante Obsoleszenz besonders bei Smartphones und Notebooks, weil ich dadurch gezwungen bin, alle paar Jahre ein eigentlich noch funktionsfähiges Gerät wegzuwerfen, weil es die neuen Softwares etc. nicht mehr „packt“. Mein letztes Handy war auf einmal tot – schwarzer Bildschirm, nix ging mehr, leider waren damit auch so einige Daten und Tel. Nr.n einfach futsch…
    Bin sehr gespannt auf „Der aufgeklärte Kunde – vom Konsument zum Konsumopfer“, ein Thema, was mich natürlich wie viele andere auch, sehr beschäftigt. Neulich hab ich drüber nachgedacht, warum es die Idee des „Sperrmülls“ (alle 2 Monate stellen die Leute ihre nicht gebrauchten Möbel etc. auf die Straße, die werden dann von Fahrzeugen der Müllabfuhr abgeholt und entsorgt) nicht mehr gibt, und – ganz klar! Die Leute sollen gefälligst neue Möbel kaufen in den einschlägigen Möbelhäusern. Also wenn es den Sperrmüll noch gäbe, würde ich vermutlich gar nix mehr kaufen, weil ich ja ein Händchen fürs Aufbereiten alter Sachen hab :-DDD. Und DAS geht natürlich nicht!
    Liebe Grüße,
    Maren

    1. Das war immer spannend, wenn Sperrmüll in einer ganzen Straße war – fast wie Volksfest. Ich kann mich noch erinnern, wie wir damals alte Tüten rausgegeben haben, weil ein Sammler sehr erfolgreich coole Dinge gefunden hatte, die aber gar nicht so erfolgreich auf dem Fahrrad zu transportieren versuchte und bei uns vorm Haus gestrandet war. Des einen Müll ist des anderen Freud 😃
      Ich finde es immer beeindruckend, was manche aus alten und abgegriffenen Sachen noch zaubern können. Viele wollen aber auch gar nichts Gebrauchtes, egal wie gut es noch ist. Als ich mein altes Sofa aus Platzgründen verkaufen musste, war ich regelrecht froh, dass ich überhaupt einen Interessenten gefunden hatte. Der hat sich dann aber wirklich über sein Schnäppchen gefreut und mir gleich noch den eigentlich völlig abgewohnten Ikea-Wohnzimmertisch abgenommen. Bei neuen Möbeln wird es allerdings immer schwerer, da die eher kaputt gehen als dass man sie weitergeben könnte. Ich meine sogar, dass ein namentlich recht bekanntes Regal heute wesentlich weniger wiegt als früher…
      Liebe Grüße
      Vanessa

  4. Es ist schon erstaunlich, was sich Menschen alles einfallen lassen, um schnelles Geld zu verdienen. Die Versuchung ist manchmal groß. Meinen Rechner z. B. konnte ich nicht mehr auf Windows 11 updaten. Einzelne Bauteile sind jetzt in dem von meinem Mann. Ich habe mir dann einen neuen gekauft. In der Hoffnung, dass er genau so lange hält wie der alte. Den hatte ich nämlich von meinem Sohn „geerbt“.

    Liebe Grüße
    Sabine

    1. Was das Weitervererben angeht, ist es fast schon ungünstig, dass mein Mann und ich so überhaupt nicht an einem Rechnerwechsel interessiert sind. Die Kiste bei der Schwiegermama ist nämlich eine Katastrophe. Dagegen hab ich fast schon eine Rennsemmel. Aber für ein bisschen E-Mail-Verkehr lohnt sich ein neues Gerät für sie gar nicht.
      Ich drücke dir die Daumen bzgl. Langlebigkeit 👍
      LG
      Vanessa

  5. Das ist die beste Übersicht, die ich je zu diesem Thema gelesen habe. Und ich beschäftige mich schon eine Weile damit. Bin neugierig auf den nächsten Teil.
    Liebe Grüße
    Susan

    1. Die Übersicht erhebt keineswegs Anspruch auf Vollständigkeit 😉. Ich bin auch ebenso neugierig, welche Erfahrungen hier in den Kommentaren noch so geteilt werden.
      LG
      Vanessa

  6. Hallo Vanessa, ich denke ich bin auch zu faul für häufige Smartphonewechsel. Voll anstrengend. Ich hätte viele Dinge gern ewig. Leider klappt das nicht, aus den von Dir genannten Gründen. Aber es gibt Unterschiede. Ich kaufe oft teurer, wenn die Materialien besser und das Produkt dadurch langlebiger scheint. Jetzt gerade suchen wir Terrassenstühle. Billig und alle 3 Jahre neu oder doppelt so viel und 10-15 Jahre Ruhe?! Ich bin ja, siehe faul, für 20 Jahre Ruhe.
    Ich hatte da immer so eine Spülmaschinensache. Die hielt 7 Jahre. Markenprodukt. Neukauf wieder Markenprodukt nach 7 Jahren hinüber. Jetzt beäuge ich täglich meine 3. Spülmaschine vor 17 Jahren! super günstig bei Ikea gekauft. Läuft noch. Bedingungen gleich. Wasser, Standort, Rohre, Pflege. Klar dass ich wieder günstig Ikea kaufe wenn die nicht mehr will. Manchmal hat sich vielleicht ein Produkt durchgemogelt. 🤔
    Ich wünsche Dir einen schönen Tag, liebe Grüße Tina

    1. Hallo Tina, stimmt, es gibt immer wieder langlebige Dinge, die gefühlt bis ans Ende aller Zeit ihren Dienst verrichten werden. Leider kann man sich beim Nachkaufen nicht darauf verlassen, dass die Dinge immer noch genau so hergestellt werden. Und selbst beim zuverlässigsten Hersteller gibt es mal ein Montagsprodukt – solange der Kundenservice gut funktioniert und eine Reparatur möglich ist, kann man das auch mal verzeihen.
      Bei den Terrassenstühlen muss man glaube ich auch einfach Glück haben. Selbst bei Außenmöbeln aus wetterfesten Materialien verbauen manche Hersteller Schrauben, die dann rosten. Und dann wiederum hat man günstige Teile, die ewig halten – und sich wohl durchgemogelt haben 😉.
      Ich drück dir die Daumen, dass ihr schöne, bezahlbare und langlebige Stühle findet!
      Liebe Grüße
      Vanessa

  7. Holla- da hast du aber gründlich recherchiert! Interessant, dein Post, danke dafür! Dass es diese Dreistigkeit, den Konsumenten auf diese Art über den Tisch zu ziehen, schon so lange gibt, das hätte ich nicht gedacht…. Aber man lernt nie aus.
    Bei mir werden Stall und Heuboden durch mehrere Neonröhren beleuchtet. Ich frage mich schon eine Weile, was ich tun soll, wenn ich mal keinen Nachschub mehr zu kaufen kriege. Dann muss ich wohl oder übel die ganze Beleuchtung auswechseln. Und sowas ärgert mich einfach gewaltig. Nicht nur, weil das immer alles ganz schön ins Geld geht, sondern v.a. auch, weil ich was wegschmeissen muss, das noch ohne zu mucken funktioniert. Genauso gings mir ja vor einer Weile mit meinem Handy. Der Anbieter schaltete einfach das entsprechende Netz ab, und aus die Maus. Wieder ein Stück Kunststoffmüll mehr…..
    Aber es tut sich ja langsam was diesbezüglich. Zumindest gibts ja jetzt in der EU das „Recht auf Reparatur“. Und Repair-Cafés werden immer beliebter. Gut so! Jetzt fehlt nur noch die Bestrafung von Firmen, die der geplanten Obsoleszenz überführt werden. Scheinbar braucht es immer den Knüppel, um zu überzeugen.
    Bin sehr gespannt auf den „Konsumopfer“-Post!
    Herzliche Grüsse!

    1. Neonröhren bekommt man auch nur noch selten zu sehen, vielleicht kann man ja irgendwo aus einem alten Lagerbestand was nachordern? Am Besten wäre es natürlich, wenn sich die Neonröhren ein Beispiel an der hundertjährigen Glühbirne nehmen und einfach weiterhin unbeeindruckt vom Rest der Welt ihren Dienst verrichten.
      Das mit dem Handy und dem abgeschalteten Netz erinnert mich an all die alten Fernsehgeräte, mit denen man heute nichts mehr anfangen kann. Die Zusatztechnik, die man benötigt, um solche Sachen am Leben zu halten, will ja auch bezahlt und mit Strom versorgt werden. Und welcher normale Mensch erkennt eigentlich überhaupt den Unterschied bei Ultra-Ultra-Ultra-HD?! Hauptsache, man hat den schicksten Heimkinosaal zu Hause… aber da sind wir schon wieder beim nächsten Thema.
      Liebe Grüße!

  8. Das hat mich früher nicht interessiert, und ich hätte – naiv wie ich sein kann – nie gedacht, dass es solche Überlegungen für die Produkte aus dem eigenen Haus geben würde. Bereits in der Entwicklungsphase sogar hochkomplexer Geräte sind diese aber schon lange ganz normal. Entwicklungsingenieure reden längst nicht mehr hinter vorgehaltener Hand darüber. Ich finde das persönlich gruselig und im Kontrast zu allem stehend, was wir heute über Ressourcenverschwendung wissen. Aber das Geschäft geht eben vor. Das war so und wird immer so bleiben. Das einfache Argument dafür ist schließlich, dass wir alle (Arbeitsplätze, Wohlstand) von solchen Tricks profitieren. Es versteht wohl jeder, dass ewige Haltbarkeit eines Gerätes geschäftsschädigend wäre. 🙂

    1. Ich war auch überrascht, wie umfangreich das Thema ist. Glücklicherweise gibt es auch viele Unternehmen, die da nicht mitspielen. Aber als Kunde muss man schon sehr aufpassen, was einem da alles verkauft werden soll. Eines muss man manchen Herstellern lassen – sie sind wirklich kreativ, wenn es darum geht, an des Geld der Verbraucher zu kommen.

  9. Ein interessantes Thema , sehr spannend zu lesen und auch zum darüber wundern. Ich hatte mich schon oft gefragt warum man Elektrogeräte teilweise nicht mehr öffnen kann für eine etwaige Reparatur. Oder eben nur mehr extrem kompliziert an das Innenleben herankommt. Das mit den Glühbirnen ist wirklich ärgerlich, wußte das nicht und finde das (und auch alles andere das getan wird um die Haltbarkeit zu verkürzen) sehr schäbig. Aber gut, wir alle kennen die Auswirkungen auf unsere Umwelt. Es wäre höchste Zeit das sich etwas ändert.

    Liebe Grüße

    1. Wie man an manch kompliziert zu erreichendes Innenleben kommt, findet man oft im Netz. Wir haben ein geerbtes Uhrmacher-Werkzeugset (nix wildes, nur ein paar sehr feine Schraubenzieher), das uns schon gute Dienste geleistet hat. Gerade wenn es ums Tauschen von Akkus geht, die z.B. oft in Solargartenlichtern verbaut sind. Manch einer schmeißt die dann einfach weg, dabei braucht es nur ein bisschen Geduld und schon leuchten die Lichter wieder. Außer im Schrebergarten der Schwiegermama – da hatte mal jemand alle Akkus aus den Lampen geklaut und die Lampen wieder korrekt verschraubt, damit es keiner merkt 🙄

      1. Unglaubliche Geschichte, das die Lampen wieder ordentlich verschraubt waren ist bizarr. In der Ordination (ihr nennt das Praxis) in der ich arbeite wird regelmäßig sogar das Klopapier gestohlen. Manche Dinge muß man nicht verstehen. 😀

        1. Ach, das waren noch Zeiten. Damals in der WG durfte jeder mal Klopapier besorgen. Ein Mitbewohner hat, als er damit dran war, einfach zwei Rollen bei sich im Geschäft gemopst. Darüber lachen meine beste Freundin und ich noch heute (wobei das nicht seine dümmste Aktion war…).

  10. Das ist wirklich spannend. Dass das Ende vieler Produkte von der Industrie eingeplant ist, war mir klar. Aber dass es da ganze Kartelle gibt oder jemand wie der Herr London auf die Idee kommt, man solle gezwungen sein, noch funktionsfähige Dinge auszurangieren, ist unglaublich!
    Liebe Grüße
    Susanna

    1. Tja, hätte er seine kreative Energie mal in andere Ideen gesteckt! Wobei es dafür ja nicht mal einen Zwang gibt und viele trotzdem noch voll funktionsfähige Dinge auf den Müll werfen – einfach, weil man mal was Neues möchte.
      LG
      Vanessa

  11. Unsere Miele-Geräte halten und halten und halten (Klopf auf Holz!). Neuere Modelle aber scheinen billiger produziert zu sein, Miele will sparen. So hört man, dass es mit der Qualität nicht mehr weit her ist.
    So kann man eine Marke ruinieren.
    VG
    Elke

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